Wildnis-Trail Eifel 2009
Karte zum Wildnistrail Eifel
Der noch junge Nationalpark Eifel lockt mit der Aussage, Wald, Wasser und Wildnis hautnah erleben zu können. Das 1994 eingerichtete 110 Quadratkilometer große Schutzgebiet kann man auf dem sogenannten Wildnis-Trail durchqueren.
Quer durch - Mitten drin - In vier Tagen durch den Nationalpark Eifel.
So lautet das Motto auf der Internetseite des Nationalparks Eifel. Rauschende Bäche, duftende Blumenwiesen, tiefe Wälder und weite Panoramablicke bilden die entstehende Wildnis des Nationalparks Eifel. Der Wildnis-Trail verläuft in vier Tagesetappen zwischen 18 und 25 Kilometern einmal quer durch das Schutzgebiet. Von Monschau-Höfen im Süden bis zur nördlichen Spitze bei Hürtgenwald-Zerkall soll man auf teils anspruchsvollen Strecken sämtliche Landschaften und Lebensräume des Nationalparks erleben können. Zudem durchwandert man dort auch einen klimatischen Gradienten vom wasserreichen Süden bis zu den trockenen Standorten im Norden des Schutzgebietes.
Das klang selbst für uns verwöhnte Spessartwanderer interessant und im Mai 2009 wurden die Rucksäcke gepackt. Private Übernachtungsmöglichkeiten waren auf der Tour ausreichend vorhanden, so dass eine individuelle Wandertour für den sportlich ambitionierten Wanderer kein Problem darstellt. Die gesamt Tour kann aber auch komplett mit Gepäcktransport gebucht werden. Die durchgehende Beschilderung mit dem Wildkatzen- Piktogramm macht eine Wanderkarte überflüssg. Empfohlen wird der Führer aus dem Bachem-Verlag. "In 4 Tagen durch den Nationalpark Eifel", der neben der Tourenbschreibung viele zugehörige Themen darstellt.
Die erste Etappe des Wildnistrails führt vom Nationalpark-Tor Monschau-Höfen, nach Einruhr. Die Nationalparktore informieren ausführlich und recht interessant über den Nationalpark Eifel.
Dieser Streckenabschnitt im Monschauer Land ist geprägt von den Fichtenkulturen und Narzissengebieten in Fluss- und Wiesentälern. Die Fichtenwälder werden insbesondere in den Talauen abgeholzt, so dass sich dort eine natürliche Vegetation einstellen kann.
Auf der Dreiborner Hochfläche entschädigt die beeindruckende Aussicht die Mühen des Anstieges. Weite Wiesenflächen wechseln auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz mit Ginsterheiden und Pionierwald-, Vorwald- und Auenwaldbildungen. Interessant sind in diesem Gebiet die weitgehend unbeeinflussten Bachoberläufe. Über den Höhenpfad von Hirschrott kommt man nach Einruhr. Am Ortsausgang gibt es ein kleines Lädchen zum Auffüllen der Vorräte. Der selbstgebackene Kuchen ist in dem zugehörigen netten Cafe sehr zu empfehlen. Mit ca. 25 Kilometern und etlichen Höhenmetern ist dies die anspruchvollste Etappe.
Am zweiten Tag ging es dann mit etwas Muskelkater von Einruhr nach Gemünd. Zuerst durch lichte Eichewälder oberhalb des Urftsees entlang bis zu Staumauer. Die Urfttalsperre galt zum Zeitpunkt ihrer Errichtung im Jahr 1905 als technische Meisterleistung und war die größte Talsperre Europas. Der Urftsee hat voll aufgestaut eine Länge von 7,85 km, eine Gesamtfläche von 2,16 km2 und eine Stauvolumen von 47,75 Mio. m3.
Der Anstieg zur Wüstung Wollseifen führt wieder auf die Dreiborner Hochfläche. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Dorf von den englischen Streitkräften geräumt, um auf dem Gelände den Truppenübungsplatz Vogelsang anzulegen, der 1950 dem belgischen Militär übergeben wurde. Nur die Ruine der Kirche ist vom damaligen Baubestand übrig geblieben. Die ehemalige "NS-Ordensburg" Vogelsang ist von Wollseifen aus schon zu sehen. Die rund 100 Hektar große Anlage wurde ab 1934 errichtet, um junge Menschen dazu auszubilden, für eine totalitäre und verbrecherische Staatspartei kritik- und bedingungslose Gehorsamsdienste zu leisten. Nach Ende des zweiten Weltkrieges dienten die Gebäude bis 2005 als Kaserne des umliegenden Truppenübungsplatzes. Seit Januar 2006 ist das Gelände wieder frei zugänglich. Heute entwickelt sich Vogelsang zu einem internationalen Treffpunkt, der Information, Erholung und vielfältiges Lernen bietet. Kurz danach kann man am Aussichtspunkt Kickley das Urfttal bestaunen. Einen der großartigen Panoramablicke auch über das größte zusammenhängende Waldgebiet von NRW bietet die Eifelblick Station „Modenhübel". Die Kurstadt Gemünd lädt zu Wellness & Co. ein und auch im Kurpark kann man sich von den Wanderstrapazen erholen.
Die dritte Etappe führt über 22,4 Kilometer von Gemünd nach Heimbach. Lichte Eichenwälder an felsigen Hängen und Buchenwälder des Kermeter prägen die Tour. Der Höhenzug Kermeter ist ein bis 527m ü. NN hoher Teil der Nordeifel und mit einem etwa 33 km2; großen Waldgebiet eines der größten geschlossenen Laubwaldgebiete von NRW. Die Abtei Mariawald besitzt eine besondere Ausstrahlung inmitten des Waldgebietes des Kermeters. Das Kloster ist seit mehr als 500 Jahren ein Ort des Gebetes mit wechselhafter Geschichte. Für den Wanderer bietet sich eine Stärkung in der Klostergaststätte an, wo die Erbsensuppe mit oder ohne Bockwurst als legendäres Pilgeressen bekannt ist. Vor Heimbach erblickt man schon die Burg Hengebach auf einem Felssporn.
Am vierten Tag läuft man dann etwa 18 Kilometer von Heimbach nach Zerkall durch den Hetzinger Wald mit zahlreichen knorrigen Eichen sowie durch das Schliebachtal. Am Ende dieser Route wirkt dann schon die Nähe der Straße auffallend und störend im Naturpark. Auf dem ganzen Wildnistrail genießt man neben den interessanten und abwechslungsreichen Eindrücken aus der Natur sonst eine BEEINDRUCKENDE RUHE!
Bilder zum Wildnistrail gibt es im Album Rad- und Wandertouren
in der
Bildergalerie!
Höhenprofile Wildnistrail Eifel
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Weiterführende Informationen:
Nationalpark Eifel:
http://www.nationalpark-eifel.de
Themen Touren Band 3:
Der Wildnis-Trail im Nationalpark Eifel (Amazon)
Internationaler Platz Vogelsang:
http://www.vogelsang-ip.de
Kloster Mariawald:
http://www.kloster-mariawald.de/
Wüstung Wollseifen:
Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege
Anmerkung: Bilder auf dieser Seite mit freundlicher Zustimmung der Nationalparkverwaltung Eifel.

















