Mespelbrunn
Das Wasserschloss Mespelbrunn liegt im Spessart in einem abgelegenen Tal. Die genaue Lage finden Sie in der
Kartenübersicht. Aufgrund seiner versteckten Lage überstand das Schloss alle Kriege und ist in seiner ursprünglichen Form nahezu erhalten geblieben. Das Schloss wurde als Drehort des "Wirtshaus im Spessart" sowie als Schauplatz für das gleichnamige Theaterstück bekannt.
Schloss Mespelbrunn ist in Privatbesitz. Die Besitzer engagieren sich seit Anfang der 50er Jahre dafür, das Schloss als Denkmal zu erhalten und es einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein Flügel des Schlosses ist von März bis November zu besichtigen.
Bis 2006 war das Familienoberhaupt Albrecht Graf von Ingelheim. Die Erbin des Familienanwesens auf Schloss Mespelbrunn ist seine älteste Tochter Marie Antoinette Reichsgräfin von Ingelheim genannt Echterin von und zu Mespelbrunn, Freifrau von Geyr zu Schweppenburg.
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Zur Geschichte:
Als am 1. Mai 1412 Erzbischof Johann von Mainz dem Ritter Hamann Echter den "Platz zum Espelborn" für seine treu geleisteten Dienste als kurfürstlicher Forstmeister schenkte, war der Spessart ein wilder und unerschlossener Wald. Hussiten nutzten ihn als Zwischenstation für ihre Plünderungszüge und versetzten Reisende und Bewohner in Angst und Schrecken. Ritter Hamann Echter´s gleichnamiger Sohn zog es deshalb um 1427 vor, aus dem unbefestigten Weiherhaus seines Vaters ein "festes Haus" mit Mauern Türmen zu errichten.
Die folgenden Generationen nahmen schließlich die friedlicheren Zeiten zum Anlass, das abweisende Gemäuer einer Wasserburg in ein verträumtes Renaissanceschloss zu verwandeln.
Sein heutiges Aussehen verdankt das Schloss größtenteils Peter Echter von Mespelbrunn und seiner Gemahlin Gertraud von Adelsheim, die den Umbau über 18 Jahre bis 1569 durchführten. Über einem Seitenportal liest sich das Bekenntnis der beiden:
Ehelich Lieb in Gott uns stete Treu
Bringt Glück und Segen ohn alle Reu.
Mit Ernst und Fleiß haben wir Gott vertraut,
Den Unseren zu Gut dies Haus gebaut.
Die Familie brachte im Laufe der Zeit bedeutende Kinder hervor. Am bekanntesten dürfte Julius Echter gewesen sein, der als Fürstbischof in Würzburg und Herzog in Franken 1576 das Juliusspital und 1583 die Universität in Würzburg gründete, die mächtige Festung Marienberg erbaute und das Kirchenbild Frankens mit spitzen Türmen und giebelgeschmückten Renaissancebauten prägte.
Trotz des Kinderreichtums Peter Echters erlosch keine Hundert Jahre nach seinem Tod die männliche Linie der Echters, da der 30jährige Krieg wie bei so vielen Familien auch hier seine Opfer gefordert hatte.
Maria Ottilia, die letzte Echterin, heiratete 1648 Philipp Ludwig von Ingelheim aus dem Rheingau. Ihr Mann entstammte einem Freiherrengeschlecht, das später in den Grafenstand erhoben wurde. Die beiden durften Namen und Wappen mit kaiserlicher Erlaubnis zusammenfügen. Noch heute lautet der Name der Familie "Grafen von Ingelheim genannt Echter von und zu Mespelbrunn".
(Quelle: Internetseite Schloss Mespelbrunn)







