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Höhenprofil und Etappen Eindrücke von der Jura-Route

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Eindrücke von der Jura-Route

Eindrücke von der Jura Route Schweiz

Ausgehend von den guten Erfahrungen auf der Link Seen-Route im letzten Jahr hatten wir uns diesmal für die Jura-Tour entschieden. Es geht durch eine unbekannte Landschaft der Schweiz, fernab der touristischen Zentren. Sanfte Hügellandschaften, tiefe Täler, einsame Hochebenen. Lichte Tannenwälder – landschaftlich äußerst abwechslungsreich präsentiert sich der Schweizer Jura. Kondition ist gefragt: Immer wieder geht es bergauf und bergab durch den welligen Jura, mitunter knackig steil. Der offizielle Führer von Link Veloland Schweiz leistete wieder gute Dienste mit der Streckenführung, den Höhenprofilen und den touristischen Hinweisen. Auch in diesem Jahr waren wir trotz der Herausforderungen dieser Anstiege wieder mit Gepäck unterwegs. Konkrete Etappenziele hatten wir uns nicht vorgenommen. Auf der Strecke finden sich einige Campingplätze und wir konnten unsere Route auch spontan danach einteilen.

Wir hatten das sehenswerte Basel als Ausgangspunkt der Jura-Route gewählt und hatten das Glück dort am 14.08. „Em Bebbi sy Jazz“ genießen zu dürfen. „Em Bebbi sy Jazz“ ist überregional als das traditionelle Basler-Sommer-Happening wie auch als die größte Schweizer „Jazz-Fete“ bekannt. An keiner anderen Jazzveranstaltung im In- und Ausland treten innerhalb von nur 7 Stunden über 70 durchschnittlich 7-köpfige Jazz-Formationen auf. Ein gelungener Start für eine Radtour.

Vom Campingplatz im französischen St. Huningue starteten wir bei besten Wetterprognosen, es ging gemächlich aus der Stadt und es wurde ruhiger. Der erste schweißtreibende Anstieg auf die Challhöchi ließ jedoch nicht lange auf sich warten und alljährliche Frage nach dem „zuviel Gepäck dabei“ auch nicht. Auf der Strecke wird man nicht nur ans Elsass erinnert, man überquert einige Male die Grenze. Im Tal der Lucelle wird es dann schon still und man kann die Natur genießen.

Die erste Etappe endete nach einer wunderschönen Abfahrt im ansonsten idyllisch malerischen St. Ursanne. An diesem Wochenende fand dort jedoch die alljährliche und das wohl bedeutendste Bergrennen der Schweiz, der Europameisterschafts-Lauf Les Rangiers statt. Die Veranstaltung zählt zur FIA Berg-Europameisterschaft. Von Ruhe keine Spur, man ist mit dem Fahrrad in St. Ursanne wirklich unmittelbar im Geschehen. Wir haben uns daher auch für den Campingplatz in Le Tariche entschieden, der war jedoch auch fast ausgebucht.

Der zweite Tag begann mit einem morgendlichen Anstieg von etwa 600 Höhenmetern, der höchste Punkt sollte aber erst am Mittag auf dem Mont Soleil mit einer Höhe von 1248 m erreicht sein. Bis dahin ging es durch die juratypische Hügel- und Weidelandschaft mit vielen Bauernhöfen. Auf der Hochebene waren auch die Temperaturen angenehmer und die Wasserflaschen erhitzten sich kaum über 30°.

La Chaux-de-Fonds taucht nahezu unvermittelt aus der Juraebene auf. Hochhäuser wirken fast als Fremdkörper im dünn besiedelten Umland. Die größte Stadt des Hochjuras liegt auf rund 1000 Meter Höhe und ist damit eine der höchstgelegenen Städte Europas. Ende Juni 2009 wurde La Chaux-de-Fonds zum UNESCO-Welterbe erklärt. In diesem Abschnitt der Jura Route trifft man auch auf die schweizerische Uhrenstraße. Das so genannte „Watch Valley“ lädt zwischen Genf und Basel zu einer einzigartigen Entdeckungsreise zur Wiege der Zeit ein. Man trifft immer wieder auf die Namen hochwertigster Uhrenmarken wie z. B. Patek Philippe, Audemars Piguet und Jaeger-LeCoultre.
Am Ende der breiten Hochebene des Vallée des Ponts kann man schließlich eine rasante Abfahrt nach Travers bei einem Höhenunterschied von über 350 m in das Val de Travers genießen.
Übernachten konnten wir in „La Coué“, einem Bauernhof der neben ein paar Zeltplätzen auch Schlafen im Stroh anbietet. Einfacher Standart, aber dafür ruhig und ein angenehmer und urige Aufenthaltsraum.

Am dritten Tag gönnten wir uns am Ende des Val de Travers in Buttes eine Fahrt mit dem Postbus von Buttes nach Côte-aux-Fées, was sich angesichts der Strecke als vernünftig erwies. Die Temperaturen waren auf der Höhe über 1000 m wieder erträglicher und zudem lagen noch weitere Steigungen vor uns. Nach dem langen Anstieg auf den Col de l’ Aguillon (1293m) folgte eine atemberaubende Abfahrt nach Baulmes. Die relativ kurze Etappe beendeten wir auf dem Campingplatz im Städtchen Vallorbe.

Von dort starteten wir wieder mit der Sonne und voller Tatendrang zur letzten Runde. Die erste Steigung führt 350 Höhenmeter hinauf an den Lac de Joux und in das Vallée de Joux. Es ist wirklich eine sehenswerte Naturlandschaft, die man auf einer Höhe von etwa 1000 Metern durchfahren kann. Am Ende des Tals liegen Le Sanitiers und dann Le Brassus, von wo aus der Col de Marchairuz bezwungen werden muss.

Hier beginnt der „Parc jurassien vaudois“. Der Parc jurassien vaudois ist ein rund 100 qkm; großer Regionalpark auf dem breiten Höhenrücken der vordersten Jurakette zwischen den Passstrassen des Col de la Givrine im Südwesten und des Col du Mollendruz. Das Parkgebiet ist charakterisiert durch ausgedehnte Wälder und offene Juraweiden. Es ist der schönste Abschnitt der Radtour, die Alpen im Blickfeld teilt man sich noch den Radweg mit den Kühen und bestaunt die Trockenmauern auf den Weiden. Dabei hat man die längste Abfahrt der Jura Route doch schon im Hinterkopf. Am Ende der letzten Hochebene geht es am Crêt de Grison (1286 m) hinunter nach Nyon (405m) am Genfer See, den man immer wieder im Blickfeld hat auf dieser grandiosen Abfahrt.

Ein anstrengender Übergang vom ruhigen Jura in das lärmende Geschehen am Genfer See. Dazu noch der lebhafte Campingplatz in Tannay und sengende Sonne. Wir wünschen uns sofort in die kühlen Höhen zurück, entscheiden uns aber trotzdem am nächsten Tag für einen Ausflug in das nahe gelegene Genf und verbringen noch einen abschließenden Tag in Lausanne.

Zuhause angekommen hatten wir neben all den Erlebnissen auch 500 km und 5300 Höhenmeter mehr auf dem Tacho. Eindrücke von der Fahrradtour können Sie in der Link Bildergalerie sehen!

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