Übersichtskarte und Etappen
Kartenübersicht
Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Muggenthaler
Der Bahnradweg mit seinen 8 Etappen hat uns zu einer sportlichen Variante herausgefordert. Unsere 4 "Bahnradwegtage" gliederten sich in folgende Teilstrecken:
Erste Etappe
Hanau - Lauterbach 120 km
Zweite Etappe
Lauterbach - Tann 87 km
Dritte Etappe
Tann - Wartenberg-Angersbach 107 km
Vierte Etappe
Wartenberg-Angersbach - Hanau 128 km
Von Bad Hersfeld habe wir den R1 Radweg Richtung Fulda genutzt und ab Hartmanshein den Südbahnradweg bis Hanau. Mit kleinen Abstechern waren am Ende der Tour neben 450 km auch ca.
2800 Höhenmetern zusammengekommen. Die Gesamtfahrzeit betrug gut 24 Stunden.
Ausgestattet mit dem von der
Region Vogelsberg Touristik GmbH auf dem
Internetportal des Bahnradweges erhältlichen Pocketguide starteten wir nach stressfreier Anreise mit der Bahn von Hanau.
Die Streckenbeschreibung sowie die Beschilderung sind gut und der Führer bietet zudem etliche interessante Detailinformationen. Nachdem bei einer 4-Tagestour ohnehin die Zeit für kulturelle Gesichtspunkte etwas knapper bemessen ist, fanden wir den Pocketguide richtig toll.
Auf eine detaillierte Streckenbeschreibung wird an dieser Stelle auch verzichtet. Sie finden informative und unter verschiedenen Gesichtspunkten verfasste Texte an etlichen anderen Stellen im Internet.
Einige unserer Eindrücke sind in der
Bildergalerie zu finden.
Ein kurzes Fazit soll aber hier nicht fehlen:
Etwa die Hälfte der Gesamtstrecke verläuft auf ehemaligen Bahntrassen, daneben werden andere Radwege, Wirtschaftswege und wenige Nebenstraßen genutzt. Da es sich nicht um einen klassischen Bahntrassenradweg handelt, sind aber auch größere Steigungen zu überwinden. Die ehemaligen Bahntrassen haben zwar nur leichte Steigungen, dafür sind sie aber die Steigungsabschnitt zum Teil lang. Die Abschnitte an den Flüssen entlang bereichern das Radfahrerlebnis, machen sie doch die Strecke abwechslungsreicher und es geht nicht immer „wie auf Schienen“ voran.
Der Bahnradweg führt durch die schönsten Landschaften von Wetterau - die sich übrigens die Römer schon als Kornkammer mit dem Limes gesichert hatten - und Vogelsberg. Besonders wenn man sonst eher das Radeln in engen Flusstälern wie im Spessart kennt, ist diese Weite der Mittelgebirgsregion schon grandios. Die Landschaft des Hohen Vogelsberg bietet mehr, als man beim durchfahren auch nur erahnen kann. Der Vogelsberg ist der größte erloschene Vulkan und das größte zusammenhängende Basaltmassiv Europas. Als ältester Naturpark lädt er zur Naturerkundung in vielerlei Bereichen ein. Eine Besichtigung des Doms zu Fulda sollte man sich keinesfalls entgehen lassen. Herausragend natürlich auch der mit 835,2 m ü. NN dominierende Berg Milseburg.
Der gleichnamige Milseburgtunnel in ca. 520 m über NN ist als Highlight der Tour angekündigt und es macht wirklich Spaß dort durch zu fahren, bringt es doch gerade bei heißen Temperaturen eine richtig gute Abkühlung mit sich. Die fantastischen Bilder der durch Verwitterung entstandenen Reste ehemaliger Vulkane beziehungsweise Vulkanschlote der Kuppenrhön begleiten einen sehr lange. Bald kommt der "Kalimandscharo" in Sicht, der als imposanteste Abraumhalde auf den Salzabbau in dieser Region hindeutet. Auf der Strecke Richtung Philipstal kommt man auch kurz durch Thüringen und quert die ehemalige deutsch-deutschen Grenze. Gerade der Grenzabschnitt ist interessanterweise immer noch eine richtige Schotterpiste mit Schlaglöchern ist. Auf dieser abwechslungsreichen Strecke findet man auch den liebevoll restaurierten und nostalgisch bemalten Bahnhof Pferdsbach (Privat). Bis kurz vor Bad Hersfeld haben wir eine Variante über den Radweg R7 gewählt, eine tolle "Abkürzung" durch das hessische Bergland wie sich herausstellte. In dem Städtchen dann erstmals wieder geschäftiges Treiben, ganz ungewohnt nach so einer Tour. Sehenswert auf jeden Fall. Sehr gemächlich geht es hier auch öfters an der Fulda entlang.
Von Schlitz bis Hartmanshain radelt man wieder auf der gleiche Route wie auf der Hinfahrt, ohne diese jedoch als nachteilig zu empfinden, da die Eindrücke wieder ganz andere sind. Nur er Wind hat sich leider nicht gedret und sollte uns auch den nächsten Tag heftig entgegen wehen. Der Vogelsberger Südbahnradweg stellt die Verbindung zwischen dem Vulkanradweg und dem Hessischen Radfernweg R3 her. Eine tolle Abfahrt liegt vor einem bis Birstein. In Birstein kann man an dem Diesellok-Denkmal der Vogelsberger Südbahn rasten. Leider sind die letzten Kilometer vor Wächtersbach kein Highlight, man fährt hier im Zickzack Umwege und dann noch durch ein Industriegebiet. Gelnhausen lädt danach mit seiner schönen Kulisse zum Bummeln ein und entschädigt auch den gestressten Radler.
Ab Gelnhausen war uns die restliche Strecke bis Hanau dann doch zu laut und hektisch. Immer wieder fährt man dort an der Autobahn und der ICE Strecke entlang. Wer hier mitfühlen kann, dem sei die Regionalbahn bis Hanau empfohlen.
Die Übernachtungsmöglichkeiten sind auf der Strecke nicht so üppig beschrieben im Pocketguide. Wir hatten nach unserer spontanen Idee mit dem Bahnradweg Hessen gerade Glück mit Hotelzimmer, Gasthof und Privatunterkunft.
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